Europäisches Jahr des Kulturerbes – Architekt Jože Plečnik

Wir Slowenen sind mächtig stolz auf zahlreiche einzelne Persönlichkeiten, die den Namen und den Ruhm Sloweniens auf der ganzen Welt verbreiteten. Zu den größten Männern der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gehört zweifelsohne der slowenische Architekt Jože Plečnik. 
Er war eine der größten Autoritäten der slowenischen und europäischen Architektur und wurde 1872 in Gradišče, im Zentrum von Ljubljana, geboren. Obwohl er zuerst am Gymnasium nicht gerade zu den brillantesten Schülern gehörte und er erstmals als Lehrling in der Tischlerwerkstatt des Vaters begann, führte er seinen Schulweg mit Hilfe eines Landesstipendiums in Graz und später in Wien weiter. Dort war er nach einer Einführungsphase Student des berühmten Otto Wagners, der den jungen Plečnik sehr schätzte. 1901 eröffnete er in Wien ein selbstständiges Architekturbüro und er konzipierte einige namhafte Villen von Schlüsselbedeutung, die den Übergang von der Sezession zum Modernismus ankündigten.
Ab 1911 war er Professor der an der Kunst- und Handwerksschule in Prag. Dort lebte er auch während des ersten Weltkrieges. In Prag erschuf er einige seiner berühmtesten Werke und dabei war er auch mit dem tschechoslowakischen Präsidenten Masaryk befreundet, lange Jahre pflegte er auch eine sanfte platonische Brieffreundschaft mit seiner Tochter Alice.
Ab dem Jahr 1921 war der Vortragender an der Technischen Fakultät in Ljubljana, wohin er auch übersiedelte. Während der Zwischenkriegszeit veränderte er das Erscheinungsbild von Ljubljana mit seiner Architektur und Gestaltungen. Gleichzeitig baute er in Prag die Burg Hradčany zu einer Präsidentenresidenz um. Er war ein exzellenter, erfinderischer, aber auch anspruchsvoller Pädagoge. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Plečnik, ein wenig wegen des Alters, und noch mehr wegen seines tiefen Glaubens und Katholizismus etwas an den Rand geschoben. Neue Generationen von Studenten und Architekturliebhabern entdecken aufs Neue seine Größe, zusammen mit beachtenswerten Ausstellungen auf der ganzen Welt. 
Ljubljana wäre ohne die Meisterwerke von Plečnik sicherlich nicht so, wie es sich heute darstellt. Gleiches gilt für zahlreiche Orte in Slowenien, wo er auch tätig war. Seine prächtigen Werke trifft man neben Prag und Wien, auch in Belgrad, Zagreb, Dalmatien und anderswo an. 
Zahlreiche seiner Werke wurden nicht fertiggestellt, einige wurden nach Ideen von Plečnik von seinen Schülern und Nachfolgern zu Ende gebaut. Der große Jože Plečnik starb am 7. Januar 1957 in seinem Zuhause im Stadtteil Trnovo in Ljubljana. Er ist in der Familiengruft, die er selber gestaltete,  am Friedhof Žale in Ljubljana beigesetzt. Seine zeitlose Architektur ist ab dem Jahr 2015 und etwas in geänderter Form ab 2017, auf der zeitweiligen Liste für die Eintragung in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes. (Quelle: www.mgml.si/sl/plecnikova-hisa/).